Erste Hilfe

Herz-Lungen-Wiederbelebung

! "An einer ausbleibenden Wiederbelebung sterben weitaus mehr Menschen als durch eine falsche Wiederbelebung" !

Nicht nur Angehörige von Herzpatienten können in die Situation kommen, einen Menschen nach Herz-Kreislauf-Stillstand wiederbeleben zu müssen. Jederzeit und überall im Leben kann es zu dieser Notfallsituation kommen, so daß zufällig Anwesende erste Maßnahmen ergreifen müssen. Sie sind die ersten Helfer und der entscheidende Teil einer Rettungskette, die nach Herz-Kreislauf-Stillstand geschlossen werden muß, um Leben zu retten.

Nach der übereinstimmenden Beurteilung medizinischer Experten könnten durch rechtzeitige, sachgemäße und gezielte sofortige Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen und der notwendigen Folgebehandlung 10 bis 20 Prozent der akut Erkrankten des Herz-  und Kreislaufsystems vor dem Tode gerettet werden. In den USA wissen 40 Prozent der Menschen, was bei akutem Herzstillstand zu tun ist, in Deutschland und Österreich nur 5 Prozent.

Um in Notfallsituationen angemessen und richtig reagieren zu können, sollten Sie auf den Fall des Falles gut vorbereitet sein. Besonders wichtig ist, die Maßnahmen der Ersten-Hilfe-Leistung praktisch zu üben. Machen Sie deshalb einen Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz oder einer anderen Hilfsorganisation, und wiederholen und überprüfen Sie Ihre theoretischen sowie praktischen Kenntnisse regelmäßig.
Die folgenden Ratschläge sind die wesentlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Diese sollen Ihr Wissen auffrischen. Diese Ratschläge sind aber nicht als Nachschlagehilfe im Notfall gedacht.

Wenn Sie im Notfall erst nachlesen müssen, was zu tun ist, kann es für den Verunglückten schon zu spät sein.

Wann ist Eile geboten?

Die wichtigen ersten vier bis fünf Minuten

Alle Erkrankungen des Herzens können plötzlich und unvorhergesehen zu einem Versagen der Herz- und Kreislauffunktion führen. Ein solches Versagen stellt für den Patienten eine akute Lebensgefahr dar, weil alle Organe und Gewebe des Körpers nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut durchströmt werden. Der gesamte Organismus erleidet akut einen hochgradigen Sauerstoffmangel

Die Zeitspanne, vom Beginn eines Kreislaufstillstandes an gerechnet, während der das Gehirn durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel bleibend und unheilbar geschädigt wird, beträgt bei normaler Körpertemperatur maximal vier Minuten. Diese Zeitspanne von vier Minuten entscheidet über den Sinn, das Ziel und die Erfolgschancen jeder Wiederbelebung.

Das Gehirn reagiert wie die anderen Organe auf den Sauerstoffmangel mit einem Ausfall seiner Funktion. Der Patient wird bewußtlos, die Steuerung der Atmung durch das Atemzentrum im Gehirn fällt aus. Zu dem Stillstand der Kreislauffunktion kommt ein Stillstand der Atemfunktion. Der Patient ist klinisch tot.

Jede Minute nach dem Eintreten des "klinischen Todes" nimmt die Wiederbelebungschance bis zur vierten Minute um ca. 15 bis 20 % pro Minute ab. Nach fünf Minuten ist die Wiederbelebung wegen der Hirnschädigung in der Regel nicht mehr erfolgreich möglich.

Wer kann Erste Hilfe leisten?

Jeder kann Erste Hilfe leisten. Der Ersthelfer ist der wichtigste Vorarbeiter des Notarztes und des Krankenhausarztes zur Rettung des Patienten. Der Ersthelfer und nicht der Arzt entscheidet in vielen Fällen über das Überleben des Patienten. Wichtig ist: Der Ersthelfer muß sofort die akute Lebensgefahr erkennen. Seine Hilfe steht immer an erster Stelle. Erst später wird der Arzt die Diagnose der Herzkrankheit stellen und die Ursache des Kreislaufstillstandes klären und behandeln.

Herz-Lungen-Wiederbelebung kann man lernen. Wenige Stunden Einweisung und praktischer Übungen unter Anleitung anerkannter Ausbilder reichen aus, sich Wissen und praktisches Können für eine fachgerechte Einweisung in der Herz-Lungen-Wiederbelebung anzueignen. Und wenn Sie an einem Kurs teilgenommen haben, melden Sie sich am besten alle drei Jahre zu einer kurzen "Auffrischung" Ihrer Kenntnisse an.

Rettungskette

Überlebenskette

Die optimale Versorgung eines Notfallpatienten erfordert ein koordiniertes Handeln der verschiedenen an der Rettung beteiligten Personen bzw. Institutionen. Hierfür wird der Begriff Rettungskette verwendet.
Am Anfang der Rettungskette steht eine korrekte Notfallmeldung und die Erste-Hilfe-Leistung, am Ende die medizinische Versorgung und Behandlung in einer Klinik. Im Notfall kommt es also darauf an, dass alle Beteiligten die ihnen zugedachte Aufgabe erfüllen, denn eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

·        Erstes Glied: rasches Einsetzen von Behandlung und Hilfe. Das bedeutet Erkennen der Symptome und Benachrichtigen von Rettungsunternehmen

·        Zweites Glied: fachgemäße und rasche Anwendung von Wiederbelebungsmaßnahmen, bis ein Notarzt eingetroffen ist.

·        Drittes Glied: frühe Defibrillation, das heißt das frühe Einsetzen von Elektroschocks bei Herzflimmern.

·        Viertes Glied: frühe Verabreichung von Medikamenten und Sauerstoff durch Rettung und Notarzt.

Für fast alle Situationen sind die ersten Minuten der Hilfeleistung entscheidend! Gerade hier kommen aber häufig medizinische Laien zum Einsatz. Deren richtige Handlung bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe kann Leben retten oder bleibende Schäden verhindern!

Was gilt es bei der Wiederbelebung zu beachten?

Der Herztod ist in den Zivilisationsländern die häufigste Todesursache.

Bis zu 40 Prozent könnten den Herztod überleben

Allein in Österreich sterben jährlich mehr als 40.000 Menschen an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Statistiken weisen aus, daß 67 Prozent der Anfälle zu Hause und 14 Prozent in der Öffentlichkeit eintreten.
In mehr als zwei Drittel der Fälle ist mindestens eine zweite Person anwesend. Studien in Deutschland und den USA haben gezeigt, daß bis zu 40 Prozent der Herztoten durch eine rasche Akuthilfe eines geschulten Mitmenschen eine reale Überlebenschance gehabt hätten.

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass 90 Prozent aller Kreislaufstillstände (nicht tastbarer Puls) mit Kammerflimmern (unkontrolliertes Zusammenziehen des Herzmuskels) einhergehen. Elektroschocks (Defibrillation) heben diesen Zustand unter Umständen auf. In den ersten zehn Minuten sind die Erfolgschancen am größten. Aus diesem Grund muss bei Bewusstlosigkeit umgehend ärztliche - mit einem Elektroschock-Gerät ausgestattete - Versorgung angefordert werden.


Home | Therapien | Erste Hilfe