Das Herz-Kreislaufsystem besteht aus zwei hintereinander geschalteten Hauptabschnitten:
dem "großen" Körperkreislauf mit dem linken Ventrikel als Pumpe
dem "kleinen" Lungenkreislauf mit dem rechten
Ventrikel als Pumpe Lungenkreislauf
Im Lungenkreislauf wird das Blut aus dem rechten Ventrikel über die
Pulmonalarterien in die Lunge gepumpt. Nach Aufteilung in Arteriolen und
Kapillaren erfolgt dort der Gasaustausch (Aufnahme von Sauerstoff, Abgabe von
Kohlendioxid). Danach sammeln sich die Kapillaren wieder zu Venolen und Venen,
die dann über die Pulmonalvenen in den linken Vorhof einmünden.
Der Blutdruck wird im arteriellen System allein durch die Herzkontraktion erzeugt. Der Druck fällt von im Schnitt 120 mmHg systolisch in der linken Kammer über 120 mmHg am Arm auf Werte um 30 mmHg im Kapillarsystem ab. Im venösen System fällt der Blutdruck weiter kontinuierlich ab und beträgt in der Hohlvene bzw. dem rechten Vorhof noch ca. 2-4 mmHg. In der rechten Kammer ist der Druck kleiner, da der Widerstand im Lungenkreislauf kleiner ist.
Die Pulswelle ist die Druckwelle, die durch die systolische Kontraktion erzeugt wird. Sie ist erheblich schneller als die Blutströmung, da die Impulse hier direkt von Teilchen zu Teilchen übertragen werden. Die Pulswelle erreicht bereits 0,2s nach der Systole die Fußarterien und legt somit ca. 4 - 12 m/s zurück. Sie ist an oberflächlich liegenden Arterien als Puls fühlbar.
Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf das Gefäßsystem ausübt. Er ist der einfachste und wichtigste Meßwert für den Funktionszustand des Herz-Kreislaufsystems. Der Blutdruck schwankt zwischen einem systolischen, höheren Wert während der Systole des Herzens und einem diastolischen, niedrigeren Wert während der Diastole des Herzens. Unter Blutdruck wird allgemein der arterielle Druck verstanden.
Normwerte
systolischer Blutdruck: 100 - 140 mmHg
diastolischer Blutdruck: 60 - 90 mmHg
Hypertonie
Werte über 160 mmHg systolisch und 95 mmHg diastolisch werden als arterielle
Hypertonie bezeichnet. Während es bei besonderen Belastungen (Schmerz, Sport,
Streß, Angst) zur vorübergehenden sekundären, physiologischen Hypertonie kommen
kann, ist eine ständige primäre Hypertonie pathologisch. Sie führt zu
Gefäßerkrankungen und in der Folge zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und
Nierenschäden.
Hypotonie
Als Hypotonie werden Werte unter 100 mmHg systolisch bezeichnet. Die primäre
Hypotonie ist in der Regel harmlos und ungefährlich. Eine Hypotonie nach
Blutverlusten kann aber auch Ausdruck eines Schocks sein.
Die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Wert wird als Blutdruckamplitude bezeichnet.